News vom 01.01.2026 bis 31.01.2026
1. Harz:
Harzkursbuch 2026 als Download verfügbar
(Stand:
05.01.2026)
2. Südniedersachsen:
Wintertief „Elli“ legt Bahnverkehr im Südharz lahm – Initiative kritisiert
Versagen bei der DB InfraGO
(Stand:
11.01.2026)
3.
Harz: Baustellen und Unfälle bremsen den Bahnverkehr am und im Harz massiv aus
(Stand: 18.01.2026)
4. Harz:
Initiative nimmt aktuelle
Bahnverbindungen Rhein/Ruhr–Harz unter der Lupe und veröffentlicht
Harzkursbuch HSB Sommer 2026
(18.01.2026)
5.
Südniedersachsen: Reisebericht „Umsteigen in Northeim ist gelebte Praxis“ – von
wegen: es ist und bleibt ein Wagnis
(23.01.2026)
6.
Südharz: Kilometerlanges Langsamfahren bringt Bahnfahrplan im Südharz
durcheinander – wann passiert hier endlich etwas?
(23.01.2026)
1. Harz:
Harzkursbuch 2026 als Download verfügbar
(Stand:
05.01.2026)
Das aktuelle Harzkursbuch
2026 steht ab sofort zum Download bereit.
Zusätzlich gibt es als Bonusversion das
Harzkursbuch Fernverkehr 2026 inkl. Analyse zum Herunterladen.
2. Südniedersachsen:
Wintertief „Elli“ legt Bahnverkehr im Südharz lahm – Initiative kritisiert
Versagen bei der DB InfraGO
(Stand:
11.01.2026)
Das Wintertief „Elli“ hat auch im Januar 2026 gezeigt, wie anfällig die
Bahn-Infrastruktur im Südharz und seinem Umland inzwischen geworden ist.
Während Straßen- und Linienbusverkehr spätestens seit Samstag wieder weitgehend
regelgerecht verkehren, kam der Schienenverkehr auf nahezu allen
Regionalstrecken zwischen Braunschweig, Herzberg, Nordhausen, Northeim und
Göttingen über Tage vollständig zum Erliegen.
Von Freitag bis Sonntagmorgen fuhren auf Strecken wie Nordhausen–Northeim, Braunschweig–Herzberg und Sollingbahn (Northeim–Bodenfelde–Ottbergen) keine Züge. Erst am Sonntagmittag konnten nach Angaben der Deutschen Bahn und eigenen Beobachtungen der Initiative zwischen Northeim und Nordhausen sowie auf einzelnen Teilabschnitten von Göttingen–Kreiensen–Goslar–Bad Harzburg wieder einzelne Verbindungen in eingeschränktem Umfang aufgenommen werden.
„Selbst mäßiger Schneefall mit leichtem Wind hat genügt, um den Bahnverkehr im Südharz nahezu drei Tage lang vollständig zum Stillstand zu bringen“, kritisiert Initiative-Sprecher Michael Reinboth. „Das hat nichts mit extremen Witterungsbedingungen zu tun, sondern mit eklatanten organisatorischen und strukturellen Defiziten bei der DB InfraGO.“
Die Initiative moniert insbesondere:
den Mangel an einsatzfähigem Winterdienstgerät wie Schneepflügen und Schneefräsen,
unzureichendes Personal für die Wiederinbetriebnahme der Strecken,
fehlende Krisenkoordination zwischen DB InfraGO und DB Regio,
sowie das Fehlen von Schneefangzäunen und
systematischer Streckenvorsorge, die bereits in früheren Jahrzehnten Standard waren.
Während Regionalbusse und
Straßenbetriebe zeitnah mit Notfallplänen und zusätzlichem Personal reagierten,
bleibt der Bahnverkehr auch am Montagmorgen vielerorts unplanbar.
Ein verlässlicher Schienenersatzverkehr wurde nur in Einzelfällen eingerichtet –
etwa zwischen Braunschweig und Herzberg.
Sprecher Burkhard Breme unterstreicht:
„Die Bahn ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Wenn Bundesinfrastruktur
über Tage hinweg ausfällt, zeigt das, dass das System im Ganzen neu gedacht
werden muss.
Was wir erleben, ist ein Organisationsversagen auf Kosten der Regionen, der
Pendler und der Kommunen.“
Die Initiative fordert dringend ein funktionierendes Krisen- und Wintermanagement der DB InfraGO, das auch Nebenstrecken einschließt.
Wiederaufbau der technischen Ausrüstung und personellen Ausstattung für den Winterdienst.
Klares Bekenntnis des Bundes als Eigentümer der Bahninfrastruktur zu einer belastbaren und flächendeckenden Schienenversorgung – auch im ländlichen Raum.
„Für eine Verkehrswende, die diesen
Namen verdient, müssen Schienenwege im Südharz und in ganz Südniedersachsen
wieder verlässlich funktionieren – auch im Winter“, so Breme abschließend.
Michaeal Reinboth / Burkhard Breme
3.
Harz: Baustellen und Unfälle bremsen den Bahnverkehr am und im Harz massiv aus
(Stand: 18.01.2026)
Bahnreisende am und im Harz müssen in
den kommenden Wochen und Monaten mit erheblichen Einschränkungen bei ihren
Reisen rechnen. Die Gründe hierfür sind eine Vielzahl geplanter Baustellen, zu
denen eine ungeplante, durch den Unfall bei Elze verursachte hinzukommt. Die
kalte Witterung und der Schneefall lassen zudem die vorgesehenen Endtermine ins
Wanken geraten.
Strecke Göttingen – Northeim –
Kreiensen – Hannover
Die Aufräumarbeiten nach der Entgleisung bei Elze sollen sich noch bis Ende
Januar hinziehen. Bis dahin verkehrt die Linie RE2 nur zwischen Göttingen und
Banteln und zwischen Nordstemmen, Barnten und Hannover, die RB77 verkehrt nur
zwischen Herford und Marienau. Ansonsten verkehren Omnibusse, dies offenbar
recht zuverlässig und zwischen Banteln und Nordstemmen sogar etwa halbstündlich.
Dennoch braucht man für die Fahrt nach Hannover zwischen 30 und 60 Minuten mehr
Fahrzeit.
Strecke Kassel – Nordhausen –
Halle
Seit dem 16. Januar ist die erste von mehreren Sperrungen in diesem Jahr in
Kraft. Zwischen Leinefelde und Sangerhausen verkehren ausschließlich Omnibusse,
die zwar an beiden Streckenenden wieder Anschlüsse an Züge herstellen, aber auch
hier geht sowohl in Richtung Halle als auch in Richtung Kassel eine ganze Stunde
zusätzliche Fahrzeit drauf, ganz abgesehen von den Unbequemlichkeiten mit
Gepäck, Kinderwagen oder Rollatoren. Ab Mitte März bis Ende Juli rollen die Züge
dann voraussichtlich wieder, bevor erneut abschnittsweise Sperrungen in Kraft
treten sollen. Den Abschnitt Nordhausen – Leinefelde wird es aber wohl „nur“ von
Oktober bis Dezember treffen.
Die kompletten Sperrungen erlauben der Bahn-Tochter InfraGO ein bequemeres Bauen. Die Strecke ist vollständig zweigleisig ausgebaut, so dass man im Grunde den für die Kunden weitaus besseren Zugverkehr, wenn auch mit Einschränkungen, aufrechterhalten könnte. Aber es ist eben billiger, ganz zu sperren, weil man Sicherungsposten und anderes einsparen kann. Die Interessen der Kunden spielen bei DB InfraGO bekanntlich schon lange keine Rolle mehr.
Es ist zu hoffen, dass die Witterung keinen dicken Strich durch die Pläne macht. Man will u.a. Fundamente für neue Signale und andere Erdarbeiten durchführen – ob das bei den zu erwartenden zweistelligen Minusgraden überhaupt geht, bleibt abzuwarten.
Die Fahrpläne des Ersatzverkehrs sind – anders als im Fall Elze – korrekt im DB Navigator hinterlegt.
Harzquerbahn
Am 2.3. tritt der „Sommerfahrplan“ der HSB in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt wird
die Harzquerbahn zwischen Ilfeld und Eisfelder Talmühle komplett unterbrochen,
um den nach 1945 errichteten, aber nun abgängigen Viadukt über die Behre bei
Netzkater zu erneuern. Mit mehreren Monaten Bauzeit ist zu rechnen. Mit Hilfe
eines Bus-SEV zwischen Ilfeld und Eisfelder Talmühle werden je drei Verbindungen
zwischen Wernigerode und Nordhausen sowie dem Selketal und Nordhausen und zurück
aufrechterhalten, wobei das vormittägliche Zugpaar Wernigerode – Eisfelder
Talmühle und zurück mit Diesel statt mit Dampf gefahren wird und nur das
Mittagszugpaar als Dampfzug unterwegs ist. Auch im Selketal wird der Einsatz von
Dampfloks stark zurückgefahren.
Die Fahrpläne ab 2.3. stellen wir als Ergänzung zum Harz-Kursbuch zur Verfügung. Sie gelten vorläufig bis zum 31.8.2026.
Hannover – Hamburg
Von Mai bis Juli kommt es zu einer Vollsperrung der Magistrale Hannover –
Hamburg sowie, bedingt durch die Sperrung des Bahnhofs Uelzen, auch zum Ausfall
von Zügen zwischen Bad Bodenteich und Uelzen, d.h. auch die mögliche
Umleitungsstrecke Braunschweig – Uelzen steht nur sehr eingeschränkt zur
Verfügung. Celle ist per S-Bahn noch über Lehrte erreichbar, ansonsten verkehren
Busse. Die Fernzüge werden umgeleitet, was wiederum zu deutlichen Ausdünnungen
zwischen Hannover und Bremen führt. Die einzige überhaupt noch verfügbare
Strecke ist die „Heidebahn“ über Soltau, die jedoch unter der Ägide der
Bahn-Tochter „DB Start“ ihre mangelnde Leistungsfähigkeit hinlänglich unter
Beweis gestellt hat und für Reisen nach Hamburg und zurück nicht wirklich
empfohlen werden kann. Im Grunde bleibt nur die Reise mit einem ICE als leidlich
passable Alternative übrig, wobei auch hier mit massiven Verspätungen und
Störungen zu rechnen ist, da die Strecke Hamburg – Rotenburg (Wümme) dann
randvoll mit Zügen ist und die Verbindung Rotenburg (Wümme) – Verden (Aller)
immer noch nur eingleisig ist.
Northeim – Nordhausen
Nanu? Hier wird doch gar nicht gebaut? Eben das ist hier das Problem.
Hier wird, wenn nicht die GDL ab
März wieder zuschlägt, gefahren. Ob das eine gute Nachricht ist, steht freilich
dahin, denn ausgerechnet hier sind die Umbauarbeiten für die Umstellung der
restlichen Stellwerke in Wulften, Herzberg, Scharzfeld und Walkenried auf
digitale Stellwerkstechnik zum Erliegen gekommen.
Das dürfte dann ab 2027 zu massiven Störungen infolge fehlenden Personals für
die Stellwerke führen. Hier muss gebaut werden, aber ausgerechnet hier wird es
eben nicht.
Schon aufgestellt Signale stehen bzw. liegen sinnlos herum, Schranken und (alte)
Signale sind immer häufiger gestört.
Michael Reinboth
4.
Harz:
Initiative nimmt aktuelle
Bahnverbindungen Rhein/Ruhr–Harz unter der Lupe und veröffentlicht
Harzkursbuch HSB Sommer 2026
(18.01.2026)
Initiative zeigt auf, dass
trotz dichtem ICE-Angebot zwischen Rhein/Ruhr und Hannover die Harz-Verbindungen
durch fehlende Fortsetzungen und mehrfache Umstiege leiden, wobei Regionalrouten
über Paderborn zeitlich oft gleichwertig konkurrieren. Ein Blick zurück ins Jahr
1969 offenbart umsteigearme Züge, die schneller waren als viele heutige
ICE-Optionen – ein Ansporn für dringend benötigte durchgehende Verbindungen wie
Paderborn–Nordhausen.
Michael Reinboth
5.
Südniedersachsen: Reisebericht „Umsteigen in Northeim ist gelebte Praxis“ – von
wegen: es ist und bleibt ein Wagnis
(23.01.2026)
Der Satz, wonach das Umsteigen in Northeim zwischen den RB-Linien 80 und 82
gelebte Praxis sei, und das seit vielen Jahren, stammt nicht von uns, sondern
ist einem Schreiben der LNVG entnommen, worin diese die heutige zweistündliche
„Umsteigepraxis“ für gut befindet und sie daher auch auf die bisher noch
durchgehenden Züge ausdehnen möchte.
Mir sind hingegen jede Menge Leute bekannt, die ihre Verbindungen und Termine, so sie diese mit der Bahn wahrnehmen, wann immer möglich auf die durchgehenden Züge ausrichten. Dasselbe tun die, welche in Göttingen einen Fernzug oder einen Flixbus erreichen und auf keinen Fall einen Anschlussbruch riskieren wollen. Warum wohl? Genau, diese „gelebten“ Umsteigeverbindungen sind seit Jahren ein Graus und stets – obwohl in Northeim noch ein „Rotkäppchen“ alles versucht, um auch den letzten Umsteiger noch in den richtigen Zug zu bringen – eine Zitterpartie ohne Ende, in Richtung Göttingen allemal, in der anderen Richtung jedenfalls dann, wenn bei Verspätungen zwar gewartet wird, aber dafür in Herzberg alle Busanschlüsse (nach Bad Lauterberg, Braunlage, St. Andreasberg oder Duderstadt) in die Binsen gehen, weil eine Kommunikation zwischen Zug und Bus im digitalen Zeitalter etwas völlig unbekanntes ist und die gute alte Lampe am Fahrdienstleiterstellwerk in Herzberg schon längst der Gleichgültigkeit der Deutschen Bahn den Reisenden gegenüber zum Opfer gefallen ist.
Mittwoch, 21.01.2026, bestes Wetter, strahlender Sonnenschein, ab Barbis bis Göttingen auch kein Schnee mehr. Schon in den Morgenstunden gibt es Trödel, der Morgenzug von Bodenfelde nach Northeim ersatzlos gestrichen, ab Northeim dann 25 Minuten Verspätung, die sich auch auf den Gegenzug ab Nordhausen übertragen. Immerhin nicht unser Problem, wir fahren ja später. Aber ein Problem für viele Kunden in Northeim und in diesem Fall auch Herzberg schon! Meine Frau hat einen Untersuchungstermin in einer Göttinger Klinik um 14.30, also, um ganz auf „Nummer sicher“ zu gehen, nehmen wir den Zug um 12.03 ab Walkenried mit Umstieg in Northeim von 12.50 auf 12.55 auf die RB82, die Göttingen um 13.09 Uhr erreicht, und dann mit Linie 41 oder 42 weiter zur Humboldtallee, da kann nichts anbrennen. Beim Verpassen des Anschlusses in Northeim, was man immer einkalkulieren muss, wäre da ja noch der RE2, der derzeit enorm pünktlich ist, weil er ja nur von Banteln kommt und ihn kaum Güterzüge stören.
Wir haben ihn nicht gebraucht, den Plan B, aber es war wieder einmal eine reine Nervensache. Ich kann noch leidlich schnell treppab, treppauf galoppieren, meine Frau hingegen nicht – so ein Termin in Göttingen hat ja irgendwo eine Ursache. Bei maximal 5 Minuten Umsteigezeit verbietet sich die Nutzung eines Aufzuges von vornherein, bis der – zwei Mal – unten und wieder oben ist, ist der Zug über alle Berge.
12.03 war es nicht, sondern 12.04 Uhr, da ging der Zirkus schon los. Ach ja, übrigens: Toilette abgesperrt, weil defekt. In Barbis waren es dann schon 2 Minuten Verspätung, und dann folgt die quälende Langsamfahrstrecke zwischen Scharzfeld und Herzberg, seit Monaten schon, und auch hier, wie bei defekten Aufzügen (in Northeim der von Gleis 1/11, in Göttingen wieder mal der von Gleis 4/5…), unternimmt DB InfraGO nichts, aber auch gar nichts, um diesem Ärgernis beizukommen. In Herzberg also +4 Minuten! Genau diese 4 Minuten „hielt“ unser Zug bis Northeim und schwenkte dann noch, um das Maß richtig voll zu machen, ganz langsam nach Gleis 13 hinüber, was den umsteigenden Kunden neben einer weiteren Minute noch zusätzliche Wege eintrug. Die Blechstimme sagt in solchen Fällen den Anschluss nach Göttingen gar nicht erst an, sondern empfiehlt stattdessen eine Fahrt nach Bad Harzburg oder eben Banteln. Von den ca. 40 aussteigenden Fahrgästen wollten 90 % aber eben nicht dorthin, sondern nach Göttingen, und hatten wirklich keine Lust, in Northeim noch einmal 30 Minuten auf den „Metronom“ zu warten. Die RB82 stand auch schon am Gleis 2 zur Abfahrt bereit, allein dieser Anblick ließ den Puls schon schneller werden. Alles rannte los – die LNVG nennt so etwas dann eben „gelebte Praxis“, wo doch „gerannte Praxis“ der korrekte Begriff wäre, vielleicht auch, bei Menschen mit Rollatoren, Gepäck, Kinderwagen auch „vergebliche Praxis“. Dank des Rotkäppchens und meiner Dreistigkeit (ich blieb in der Tür stehen) hat auch meine Frau den Anschluss noch erreicht, brauchte aber die ganze Fahrzeit (es ging in Northeim mit +2 Minuten los, um 13.12 Uhr waren wir da) bis Göttingen, um wieder einigermaßen zur Puste zu kommen, und schwor mich darauf ein, nie wieder einen solchen Zug mit Umstieg zu nehmen.
Ich wiederhole daher unsere Auffassung gerne:
JEDER UMSTIEG AUF DEM WEG NACH GÖTTINGEN IST EIN UMSTIEG ZU VIEL.
Und „Höchste Eisenbahn“ verspricht, bis zum letzten Atemzug für den Erhalt genau dieser durchgehenden Züge zu kämpfen. Wir brauchen mehr durchgehende Züge und nicht weniger.
Zurück konnten wir uns auf einen durchgehenden Zug freuen, den 15.49 ab Göttingen. Von entspannter Fahrt konnte freilich auch hier keine Rede sein. Erst stand noch der CANTUS aus Kassel und Eschwege mit Ankunft 15.45 an demselben Gleis auf der Anzeige, was bedeutet hätte, dass wir nie und nimmer planmäßig hätten abfahren können. 1 Minute – ja, genau 1 Minute – vor Ankunft des CANTUS wurde dieser jedoch nach Gleis 4 umgebucht, da aber ein anderer, aus Gleis 6 ausfahrender CANTUS „unser“ Gleis kreuzte, wurde es eben doch 15.48, bis unsere 2 x 648-Triebwagen endlich am Bahnsteig standen, und bis die über 200 Reisenden endlich alle drin waren und der ebenfalls unser Gleis kreuzende einfahrende Metronom da war, hatten wir bereits 5 Minuten zugesetzt. Nicht schlimm für uns, wir wollten ja nicht schon wieder umsteigen, nicht allzu schlimm für die nach Osterode reisenden Kunden, denn deren Zug würde mit Sicherheit warten (was er auch tat). Schlimm allerdings für die, welche eben mit dem Bus in Richtung Bad Lauterberg oder Pöhlde – Rhumspringe weiterwollten, denn bei Ankunft um 15.34 statt 15.29 und über diesen Umstand gänzlich uninformierte Busfahrer war da nicht mehr viel zu machen.
Auch hier wiederholen wir uns gern:
DIE ANSCHLUSSSICHERUNG ZWISCHEN ZUG UND BUS IST HIERZULANDE EINE KATASTROPHE.
Und man stelle sich vor, es wäre nicht der 15.49-Zug gewesen, sondern der 16.48-Zug nach Bad Harzburg, der mit ziemlicher Sicherheit auch nicht pünktlich in Göttingen rausgekommen wäre. Dann hätten wir die Rennerei in Northeim auch in der Gegenrichtung gehabt.
Gibt es von dieser Fahrt auch
irgendetwas Positives zu vermelden? Ja doch, Kaffee und Brötchen bei Bäcker
Thiele sind nach wie vor sehr zu empfehlen. Nein, bahntechnisch bitte! Na gut,
ein mit zwei 648 fahrender Zug, der mit originär in den Südharz Reisenden
praktisch voll besetzt ist, ist schon ein schöner Anblick und macht Mut. Nicht
aufgeben! Und meine neue Deutschland-Ticket-Chipkarte von den Nordhäuser
Verkehrsbetrieben funktionierte hervorragend, das Smartphone konnte in der
Tasche bleiben. Ein, zwei ICE waren in Göttingen sogar pünktlich (die anderen,
die zwischen 15 und 16 Uhr fahren sollten, waren es allesamt nicht, es wurde
etwas von „Reparatur an der Strecke“ gefaselt, obwohl Züge aus beiden Richtungen
verspätet waren), und vor allem: Es kamen etliche Güterzüge durch, bei denen ich
(meine Frau war da schön längst wieder beim Sudoku-Heft) mich spontan gefragt
habe, wo die den herkamen und hinwollten, in Elze ist doch weiterhin alles
dicht? Fahren die über die Schnellfahrstrecke? Mitsamt Begegnungen mit ICE in
Tunneln? Wüsste man ja gerne…
Michael Reinboth
6.
Südharz: Kilometerlanges Langsamfahren bringt Bahnfahrplan im Südharz
durcheinander – wann passiert hier endlich etwas?
(23.01.2026)
Über den Zustand des bundesdeutschen Schienennetzes wird zur Zeit wegen der
völlig aus den Fugen geratenen Pünktlichkeitswerte ja mehr diskutiert als
früher, sogar in der Politik ist das Thema angekommen. Laut Bahnvorstand wird
alles in nächster Zeit noch viel, viel schlimmer, weil die vielen Reparaturen
und „Generalsanierungen“ den Verkehr noch weiter ausbremsen werden.
Im Südharz ist es schon schlimm, und es wird vermutlich auch hier ob der Untätigkeit von DB InfraGO noch schlimmer werden. Denn seit Monaten quälen sich die Triebwagen über einen mehr als 2 Kilometer langen Langsamfahrabschnitt zwischen Scharzfeld und Herzberg. Wo sonst 90 und 100 km/h gestattet waren, wird, vermutlich ob des maroden Zustands des Gleises, nur mehr mit 50 km/h dahingegondelt. Ergebnis: Züge in Richtung Northeim erhalten grundsätzlich 2 Minuten Verspätung. Das führt, siehe weiteren Bericht hierzu, unweigerlich zu massiven Problemen beim nur auf 5 Minuten ausgelegten Umstieg in Northeim.
„Die letzte durchgreifende Sanierung unserer Strecke liegt nun schon mehr als 20 Jahre zurück. Seither ist an den Gleisen nichts mehr gemacht worden. Gut für die Bilanz der Top-Manager, schlecht für die Strecke und vor allem für die Kunden. Das ganze Theater mit den immer mehr und immer häufiger schleichenden Zügen beginnt anscheinend wieder von vorne…“ schimpft Michael Reinboth, der das tägliche Elend knapper oder verpasster Umstiege in Northeim aus eigener Anschauung kennt.
Zugbegegnungen in Walkenried sind nicht mehr möglich – Verspätungen übertragen sich weiter
Vor dem Umbau des zweiten Bahnsteigs in Walkenried, der seit seiner Fertigstellung wegen anderer noch fehlender Dinge nicht benutzt werden kann, ist die früher „gelebte Praxis“ der Verlegung von Zugkreuzungen aus Ellrich nach Walkenried nicht mehr möglich. Egal wie groß die Verspätung des aus Herzberg kommenden Zuges ist, treffen kann er sich mit dem Gegenzug nur noch in Ellrich und nicht mehr hier. Vermutlich auf Jahre hinaus, denn die DB InfraGO zeigt keinerlei Bemühungen, die Umstellung der Stellwerkstechnik und den Abschluss der Bauarbeiten voranzutreiben.
Damit überträgt sich schon die kleinste Verspätung des Zuges nach Nordhausen sofort auf den Zug von Nordhausen in Richtung Northeim. Und in Kombination mit der „elenden Schleicherei“ (Reinboth) zwischen Scharzfeld und Herzberg schaukeln sich die Verspätungsminuten immer weiter nach oben. Folge: Hetzerei in Northeim. „Wohl dem, der einen der durchgehenden Züge genommen hat, er kommt wenigstens ohne Infarktrisiko bis Göttingen und hat dort seit der jüngsten Fahrplanänderung auch mehr Zeit, um den ICE nach Frankfurt zu erreichen.“
Höchste Eisenbahn“ verlangt die
umgehende Behebung der Langsamfahrstelle zwischen Scharzfeld und Herzberg und
die Rückkehr zu einem geordneten Fahrplan im Südharz.
Michael Reinboth