News vom 01.05.2026 bis 31.05.2026
1. Deutsche Bahn am Südharz: Das Murmeltier grüßt
wieder
(05.05.2026)
2. Südharz: Drei
Wochen keine Züge zwischen Walkenried und Herzberg – und keine Busse?
(05.05.2026)
1. Deutsche Bahn am Südharz: Das Murmeltier grüßt
wieder
(05.05.2026)
Michael
Reinboth von der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ fühlt sich
dieser Tage wieder einmal wie Bill Murray – mit dem Unterschied, dass sich im
Südharz die Dinge nicht täglich wiederholen, aber doch in gewissen Abständen
wiederkehren: Völlig verschmierte Triebwagen, aus denen man mitunter kaum noch
herausschauen kann.
Die Anrufe und Hinweise häufen sich, aber auch eigene Erlebnisse bestätigen die Meldungen. „Ich bin kürzlich mit dem Zug von Walkenried nach Goslar und zurück gefahren. Von den 12 benutzten bzw. gesehenen VT648 war kein einziger wirklich sauber, manche waren von unten bis oben zugeschmiert. Die Triebwagen von Erixx und auch von der viel gescholtenen DB Start, die ich in Goslar gesehen habe, waren hingegen alle sauber – wie bekommen die das hin, und bei uns ist alles versifft?“ fragt er sich. Denn auch die in Nordhausen verkehrenden Züge der DB Regio Südost (!) und von Abellio sind sauber – „und am Gleis 5 steht dann ein VT648, bei dem man mit Mühe den Knopf zum Türöffnen findet.“
Der VT648 „Walkenried“ vor einigen Tagen in Salzgitter-Ringelheim, großflächig
verschmiert, aber immerhin noch mit weitgehend freien Fenstern. Das trifft bei
weitem nicht auf alle Züge des Harz-Weser-Netzes zu. Bei manchen hilft nur noch
das Smartphone, um sich die Zeit zu vertreiben – in die Landschaft gucken ist
nicht möglich.
„Das alles erinnert eben an den Film vom Murmeltier. Der hatte freilich dann ein Happy End, an das ich nach 20 Jahren bei uns schon nicht mehr zu glauben vermag. Wie oft schon wurde Besserung gelobt, und wie oft mussten wir dann feststellen, dass die alten Untugenden wieder eingerissen sind?“.
Bei der Initiative ist man auch darüber enttäuscht, dass die LNVG in Hannover, immerhin für die Qualitätsstandards im Bahnverkehr zuständig, hier auch nach Jahren keinen Grund zum Einschreiten sieht. Denn Werbung für das Bahnfahren kann man mit derart beschmierten Fahrzeugen nicht machen.
„Das Reinigen eines Zuges
kostet viel Geld, dem Lack tut es auch nicht gut, und das Fahrzeug steht für
eine gewisse Zeit dem Betrieb nicht zur Verfügung. Wäre es da nicht entschieden
besser, die des Nachts abgestellten Züge besser zu bewachen und Verschmierereien
von vornherein zu unterbinden?“
Michael Reinboth
2. Südharz: Drei
Wochen keine Züge zwischen Walkenried und Herzberg – und keine Busse?
(05.05.2026)
Ab Dienstag nach Pfingsten (26.05.2026) wird die Bahnstrecke zwischen Walkenried und
Herzberg für drei Wochen wegen der Erneuerung von drei Durchlässen – und, so ist
zu offen, auch weiterer Arbeiten! – gesperrt.
Die Züge sollen ab dem 15.06.2026 wieder rollen.
Eine Doppeleinheit VT648
auf dem Weg von Ellrich nach Walkenried. Hier werden auch während der
Bauarbeiten Züge rollen – aber nach verändertem Fahrplan
Wer sich allerdings im „DB Navigator“ nach Fahrplänen für die Zeit der Bauarbeiten umsieht, der wird von der Deutschen Bahn einmal mehr ratlos zurückgelassen. Laut diesem viel genutzten Auskunftssystem gibt es zwischen Walkenried und Herzberg im fraglichen Zeitraum weder Züge noch entsprechende Ersatz-Busse. Angezeigt werden nur die ohnedies bestehenden Fahrten der vier Linien 450, 470, 471 und 472, mit denen man zwar durchaus zwischen den beiden Punkten reisen kann, jedoch mit mehrfachem Umsteigen und erheblichem zeitlichen Mehraufwand.
Wer bei der Deutschen Bahn unter „Baustellen“ und „Niedersachsen“ sucht, der findet immerhin einen Ersatzfahrplan, der auch Fahrzeiten für Busse enthält. Dieser Fahrplan ergibt sogar einen Sinn, da die Reisekette am Südharzrand einigermaßen gewahrt werden würde. Aber ob die Busse auch tatsächlich fahren, steht anscheinend immer noch nicht fest. Ein Unding, findet man bei „Höchste Eisenbahn für den Südharz“. Michael Reinboth ärgert sich: „Reisende, die längerfristig planen und eine Fahrkarte bestellen wollen, können es nicht, wenn sie der Weg über Herzberg führt, da die Angaben zum Ersatzverkehr nicht hinterlegt sind. Pendler und Schüler, die gern wüssten, wie es in den drei Wochen zugeht, schauen in die Röhre. Nicht das erste kundendienstliche Debakel im Südharz, aber eines von der schlimmeren Sorte.“
Laut Baustellen-Fahrplan“ –
den man als pdf auch herunterladen kann – fahren die Züge zwischen Herzberg,
Northeim und Göttingen bzw. Bodenfelde und auch zwischen Herzberg und
Braunschweig wie gewohnt.
Der Fahrplan zwischen Nordhausen und Herzberg ist auf
den dortigen Knoten zur Minute .30 abgestimmt.
In Nordhausen fahren die Züge zur
Minute .13 statt .39 ab und erreichen Walkenried zur Minute .34, sind also um
ca. eine halbe Stunde versetzt. Mit dem Bus geht es dann zur Minute .41 weiter
nach Herzberg, wo man zur Minute .19 eintrifft und die Züge nach Northeim (.26)
und Braunschweig (.34) ebenso erreicht wie die Busse nach Duderstadt und Bad
Lauterberg. In der Gegenrichtung fahren die Busse in Herzberg zur Minute .40
nach Walkenried ab, wo sie zur Minute .18 eintreffen.
Dort geht es dann
allerdings erst zur Minute .43, also nach 25 Minuten (!) Aufenthalt, mit dem Zug
nach Nordhausen weiter, welches zur Minute .07 erreicht wird.
Keine Anschlüsse nach und
von Braunlage – Bedienung von Bad Sachsa unklar
Wie man den Fahrzeiten in
Walkenried entnehmen kann, gibt es keine Anschlüsse an die Busse nach von den
Bussen aus Braunlage. Die verpassten Anschlüsse gelten auch für die Walkenrieder
Ortsteile Wieda und Zorge.
Auch in Nordhausen muss man sehr lange auf Anschlüsse
nach Halle und Erfurt warten, soweit diese überhaupt verkehren (auch da wird ja
gebaut) und hat, von dort kommend, in Nordhausen reichlich Zeit.
Völlig unklar ist, wie Bad Sachsa bedient wird. Im pdf-Dokument wird der „Bahnhofsvorplatz“ in Bad Sachsa als Haltestelle benannt, der jedoch ist bekanntlich auch nach Pfingsten noch wegen der dortigen Großbaustelle gesperrt. Die Busse werden mithin wohl den Ersatzhalt auf der anderen Seite des Bahnhofs ansteuern müssen.
„Entspannung“ der
katastrophalen Umsteigesituation am Bahnhof Bad Sachsa?
Den Kunden aus Bad Sachsa
bleibt insoweit ein Trost, als im fraglichen Zeitraum die regulären Busse wie
auch die SEV-Busse vermutlich dieselbe Bahnhofsseite ansteuern. Die
katastrophalen Umstände des gegenwärtigen Umsteigens (aus der Stadt mit dem Bus
ankommende Reisende verpassen ihren Zug nach Herzberg praktisch immer, weil der
Bahnübergang geschlossen ist und die DB Regio nicht in der Lage ist, auf nach
dessen Öffnung herbeirennende Fahrgäste zu warten) entfallen dann wenigstens in
diesen drei Wochen…
„Was wir dort seit Wochen
beobachten, ist das Resultat der extremen Zersplitterung der Zuständigkeiten,
was dazu führt, dass niemand mehr an die umsteigenden Fahrgäste denkt.
Die Busse
aus der Stadt fahren wie immer (sie können auch nicht anders), erreichen den
Bahnhof aber eben auf der falschen Seite und das um ein, zwei Minuten später. Da
ist der provisorische Übergang längst geschlossen, weil die Sicherungsposten ja
zurückmelden müssen, bevor der Zug einfahren kann.
Wenn dann die armen Kunden
rennend ihren Zug noch erreichen wollen, wartet der natürlich nicht, weil er
sich wegen des katastrophalen Gleiszustands zwischen Scharzfeld und Herzberg
sowieso schon eine Verspätung einfängt und diese nicht noch größer werden soll.
Jeder handelt auf seine Weise richtig – die Fahrgäste jedoch schauen in die
Röhre“ beschreibt Reinboth den aus seiner Sicht keineswegs überzeugenden
Betriebsablauf.
Michael Reinboth