News vom 01.01.19 bis 31.12.19

1. Südniedersachsen: Wieder schlimme Zustände im Harz-Weser-Netz der DB Regio AG (Stand: 01.01.2019)
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. Südniedersachsen: Anhaltende schlimme Zustände im Harz-Weser-Netz der DB Regio AG - Auszug der Betriebsqualität vom 02.01.2019 (Stand: 02.01.2019)
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. Südniedersachsen: Anhaltende schlimme Zustände im Harz-Weser-Netz der DB Regio AG - Auszug der Betriebsqualität vom 03.01.2019 (Stand: 03.01.2019)
4. Südniedersachsen: Anhaltende schlimme Zustände im Harz-Weser-Netz der DB Regio AG - Auszug der Betriebsqualität vom 04.01.2019 (Stand: 04.01.2019)
5. Südharz: „Höchste Eisenbahn“ freut sich über neue Busverbindungen (Stand: 06.01.2019)
6. Südniedersachsen: Zugausfälle haben sich von 12 Ausfälle/Teilausfälle am 04.01.2018 auf 6 Ausfälle/Teilausfälle am 05.01.2018 reduziert (Stand: 05.01.2019)
7. Harz: Initiative stellt "Harz-Kursbuch 2019" und Fahrplanheft "Der kleine Südharzer" zum Download bereit (Stand: 13.01.2019)
 

1. Südniedersachsen: Wieder schlimme Zustände im Harz-Weser-Netz der DB Regio AG (Stand: 01.01.2019)

Das neue Jahr kommt, die alten Probleme sind wieder da: Den Mitstreitern der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ war mit Blick auf die erneut eingezogene Unzuverlässigkeit des Bahnverkehrs im Südharz und im Solling die Lust auf knallende Sektkorken vergangen. Stattdessen sah man sich veranlasst, in einem erneuten Brief an die Geschäftsführung der für die Qualität des schienengebundenen Nahverkehrs in Niedersachsen verantwortliche Landesnahverkehrsgesellschaft Alarm zu schlagen und um Intervention beim durchführenden Unternehmen DB Regio zu ersuchen.

„Mit der auch von uns sehr begrüßten Aufnahme des Zugverkehrs zwischen Einbeck und Göttingen ist die alte Instabilität wieder eingezogen. Nahezu täglich fallen Züge im Südharz und im Solling aus, werden Reisende mit Anschlussverlusten und Umwegen konfrontiert und obendrein auf völlig unsinnige Alternativen hingewiesen. Wir sind nicht mehr bereit, diese Kette von Fehlleistungen hinzunehmen, und haben die LNVG zum Einschreiten aufgefordert“ erläutert ein erboster Michael Reinboth. Er führt sich von DB Regio hinters Licht geführt, denn er hatte im Vorfeld der Betriebsaufnahme in Einbeck mehrfach gefragt, ob denn auch genug Personal vorhanden sei, und stets die Auskunft erhalten, dass man mit Fahrplanwechsel gut aufgestellt sei.

Dies hat sich als völlige Fehleinschätzung erwiesen. Die DB Regio hat überdies im Raum Braunschweig Leistungen von der Westfalenbahn übernommen, die ihrerseits durch den Halbstundentakt zwischen Braunschweig und Hannover knapp dran zu sein scheint und deswegen Fahrten zwischen Braunschweig und Helmstedt an die DB abtreten wollte – die DB griff zu und braucht natürlich auch für diese Züge mehr Lokführer.

Da man sie ganz offenbar nicht hat, fallen seit Fahrplanwechsel nun wieder – ungeplant, plötzlich und mit teilweise massiven Folgen für die Kunden – Züge im Südharz und im Solling aus, werden durch nichts oder gelegentlich durch einen Bus mit überlanger Fahrzeit ersetzt. Die schlimmen Zustände vom Sommer, sie sind wieder da. „Höchste Eisenbahn“ hat es kommen sehen und deswegen mehrfach nachgehakt. „Wenn wir dann die Auskunft erhalten, dass schon alles ok sei – was sollen wir dann noch machen?“ resigniert Reinboth, der sich in gewisser Weise von der DB Regio auf dem Arm genommen fühlt. Denn um für den Dezember gewappnet zu sein, hat man den Fahrgästen drei Monate lang „planmäßige“ Ersatzverkehre, unter anderem am Wochenende im Solling, zugemutet. „Das haben wir alles mitgetragen, weil man uns erklärt hat, dass es nur dadurch ab Dezember besser werden würde. Ist es aber nicht!“

Für 2019 hatte man sich bei „Höchste Eisenbahn“ allerhand vorgenommen, denn die „Südharzstrecke“ wird 150 Jahre alt. „Die Festschrift ist auf dem Markt, übrigens auch mit einigen Passagen über den heutigen Zugverkehr mit seinen Mängeln – nach weiteren Feiern ist uns aktuell wirklich nicht zumute, denn wie sollen wir für ein Verkehrsmittel werben, welches den Ansprüchen an Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit nicht gerecht wird?“

Krisen gab es immer mal wieder, zum Beispiel 1992/93 infolge der mangelnden Leistungsfähigkeit der Reichsbahn-204. Damals blieben immer wieder Züge auf der Strecke liegen. Im darauf folgenden Fahrplanjahr hatte man Ersatz mit stärkeren Loks herbeigeschafft. Heute vergeht ein Jahr, ohne dass etwas passiert. Seinerzeit waren auch die Bahnhöfe noch besetzt, und die Reisenden erhielten Auskunft – das gibt es heute auch nicht mehr. Obendrein sind die elektronischen Auskünfte irreführend und dazu geeignet, die geprellten Kunden schreiend davonlaufen zu lassen (siehe Kasten).

„Es scheint, dass die Verantwortlichen bei der Bahn dem Zugrundegehen des Systems Eisenbahn nur noch zuschauen wie weiland Nero beim Brand Roms…“ meint Reinboth. Er sieht die Ursachen weniger beim regionalen Management („Was sollen die Leute machen, wenn sie mit Geld und Personal knapp gehalten werden?“) als vielmehr „ganz oben“: „Seit der Bahnreform hat an der Spitze des Konzerns Deutsche Bahn nicht einmal jemand gestanden, der das System verstanden hat. Am schlimmsten war es in der Ära Mehdorn, als auf Teufel komm raus gespart und auf Verschleiß gefahren wurde, aber seither ist es eben nicht besser geworden…“

Sonntag, 30.12.2018:
Der Zug um 11.03 ab Walkenried nach Northeim fällt aus. Mal wieder. Ersatzlos natürlich.
Wie also nach Braunschweig kommen, wo doch auf der Strecke Herzberg – Braunschweig nur alle 2 Stunden ein Zug fährt und der nächste Zug um 12.03 ab Walkenried mithin gerade keinen Anschluss hat?

Der „DB-Navigator“ weiß Rat:
„DB-Navigator“ empfiehlt
a) um 10.03 zu fahren und auf dem menschenleeren Herzberger Bahnhof eine Stunde ungeschützt vor den Unbilden der Witterung herumzulungern (wer nach 10 Uhr ins System schaut, hat da natürlich Pech gehabt) oder

b) um 10.52 nach Nordhausen zu fahren, von dort mit einem Zug nach Halle und ab dort mit einem IC nach Braunschweig, Ankunft um 14.48 Uhr – drei Minuten, bevor der nächste Takt 12.03 ab Walkenried über Herzberg dort ankommt, nämlich 14.51. Obendrein gilt da natürlich das Niedersachsen-Ticket nicht!

Initiative empfiehlt
Die naheliegende und durchaus gute Alternative mit dem Bus um 11.20 über Braunlage nach Bad Harzburg und weiter mit dem Zug nach Braunschweig mit Ankunft dort um 13.35 Uhr (statt 11.03 bis 12.51 Uhr) verschweigt der „Navigator“.
Er kennt diese Verbindung natürlich, denn bei nachgeschobener Ergänzung „über Braunlage“ spuckt er sie prompt aus. Aber erst einmal werden die sowieso schon gebeutelten Reisenden zusätzlich mit völlig irrwitzigen Reisewegen konfrontiert. Das ist das System „Deutsche Bahn" 25 Jahre nach der Bahnreform…

Für den Frühzug von Nordhausen nach Göttingen wurde von vielen gewünscht und als wichtige Ergänzung des Angebots für Berufspendler und Auszubildende herbeigesehnt. Zuletzt fand dieser Wunsch auch Unterstützung im Kreistag und wurde von der Landesnahverkehrsgesellschaft befürwortet. Und nun, als er endlich da war, drohte aufgrund des Warnstreiks der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG gleich ein Fehlstart. Doch gottlob blieb er aus.
Michael Reinboth

2. Südniedersachsen: Wieder schlimme Zustände im Harz-Weser-Netz der DB Regio AG - Auszug der Betriebsqualität vom 02.01.2019 (Stand: 02.01.2019)
Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte!

Der Auszug der Betriebsqualität stellt sich am 02.01.2019 wie folgt dar:

3. Südniedersachsen: Anhaltende schlimme Zustände im Harz-Weser-Netz der DB Regio AG - Auszug der Betriebsqualität vom 03.01.2019 (Stand: 03.01.2019)

Anbei der Auszug der Betriebsqualität vom 03.01.2019:

Diesmal tituliert als „technische Störung“.

Die vollständigen Infos gibt es auch von DB Regio bei Twitter unter:
https://twitter.com/DB_RegioNDS?lang=de

4. Südniedersachsen: Anhaltende schlimme Zustände im Harz-Weser-Netz der DB Regio AG - Auszug der Betriebsqualität vom 04.01.2019 (Stand: 04.01.2019)

Anbei der Auszug der Betriebsqualität vom 04.01.2019 (Stand: 21.30 Uhr):

30 Meldungen für Südniedersachsen mit ein Dutzend Zugausfällen!

Quelle: https://twitter.com/DB_RegioNDS?lang=de

5. Südharz: „Höchste Eisenbahn“ freut sich über neue Busverbindungen (Stand: 06.01.2019)
„Der ZVSN geht den Weg der Angebotsverbesserung im Busverkehr konsequent weiter. Das ist vorbildlich und freut uns sehr, denn damit werden die Möglichkeiten, mit Bahn und Bus in und durch den Harz zu reisen, noch besser.“ So schlecht Michael Reinboth von der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ aktuell auf die Bahn zu sprechen ist, so positiv ist er von der Arbeit des Zweckverbandes in Göttingen beeindruckt. Der Wechsel in der Geschäftsführung – und, das sei nicht zu vergessen, zusätzliches Geld aus dem Landeshaushalt – haben hier für einen grundlegenden Wandel gesorgt. Der ZVSN geht jetzt auf die Kunden zu und verharrt nicht mehr wie in den vorangehenden „bleiernen Jahren“ auf dem Standpunkt, dass es sowieso keinen Sinn mache, den Busverkehr auszubauen.

Nach Herzberg und Walkenried nun Osterode und Bad Grund
Nach den Angebotsverbesserungen rund um Herzberg im Februar und der erheblichen Ausweitung der Fahrpläne rund um Walkenried im Sommer 2018 sind im Dezember 2018 nun auch erweiterte Fahrpläne auf den Linien 440 Osterode – Lerbach – Clausthal-Zellerfeld und 460 Osterode – Gittelde – Bad Grund – Clausthal-Zellerfeld in Kraft getreten. Sie sehen an Werktagen ein fast stündliches und an den Wochenenden ein grundsätzlich zweistündliches Angebot auf beiden Linien vor, womit sich die Zahl der Fahrten zwischen der alten Kreisstadt und der Universitätsstadt im Oberharz deutlich erhöht hat. Auch die Anschlüsse in Clausthal-Zellerfeld an die Buslinie nach Goslar und zurück haben sich verbessert.

Einige Kurse nehmen zwischen Osterode und Clausthal-Zellerfeld den schnellen Weg über die Bundesstraße, womit sich die Reisezeit zwischen beiden Orten und die zwischen Osterode und Goslar spürbar verkürzt. Durch die Angebotsaufstockung behalten aber Lerbach und Freiheit trotzdem den früheren Umfang an Fahrmöglichkeiten.

Natürlich werden auch die Anschlüsse an die Züge sowohl in Osterode Mitte als auch in Gittelde-Bad Grund ausgeweitert und verbessert. Allenfalls die Tatsache, dass die aus Richtung Clausthal kommenden Busse weiter oft am Dielenplan statt am Bahnhof Mitte in Osterode enden und den Fahrgästen somit Fußwege zugemutet werden, fällt negativ aus dem Rahmen. Die Qualität der Anschlüsse hängt freilich weitgehend am Funktionieren der Züge zwischen Braunschweig und Herzberg – hier kann man 2019 nur hoffen (und erwarten), dass es der Deutschen Bahn gelingt, ihren Fahrplan zu stabilisieren und zuverlässig zu fahren.

Neue Wandermöglichkeiten
Mit den neuen Kursen erweitern sich die Wandermöglichkeiten rund um den Harzer Baudensteig, um den Försterstieg und im Bereich der Buntenbocker Teiche sowie der Innerste erheblich. Besonders freut Reinboth sich darüber, dass die Haltestelle „Taternplatz“ zwischen Bad Grund und Clausthal wieder eingerichtet wurde, liegt sie doch oben auf dem Berg und hat unmittelbaren Zugang zu diversen Wanderwegen.

Michael Reinboth

6. Südniedersachsen: Zugausfälle haben sich von 12 Ausfälle/Teilausfälle am 04.01.2018 auf 6 Ausfälle/Teilausfälle am 05.01.2018 reduziert (Stand: 05.01.2019)
Die vollständigen Infos gibt es auch von DB Regio bei Twitter unter:
https://twitter.com/DB_RegioNDS?lang=de

7. Harz: Initiative stellt "Harz-Kursbuch 2019" und Fahrplanheft "Der kleine Südharzer" zum Download bereit (Stand: 13.01.2019)
Der Sprecher der Initiative Michael Reinboth hat das neue Harz-Kursbuch (Jahresausgabe 2019) und als Zugabe das Fahrplanheft "Der kleine Südharzer" als PDF-Datei zum Download bereitgestellt. Der kleine Südharzer ist für 1 € immer noch in Walkenried und Bad Sachsa zu erwerben und ist um einige neue Informationen ergänzt worden.

Harzkursbuch Sommer 2019
Stand 13.01.2019

Der kleine Südharzer
Stand 13.01.2019

Das Harz-Kursbuch wird demnächst auch wieder in gedruckter Form erhältlich sein. Wir informieren sobald das Harz-Kursbuch als Printversion erhältlich ist.

Als nächstes kommt ein kleines Fahrplanheft für Bad Grund analog Bad Sachsa und Walkenried auf den Markt, also auch da mit "Stammlinie" 460, Bahn- und Busanschlüssen und Wandertipps.
Michael Reinboth

 

 

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